Zeus X. Machina

(Schlagzeug)

Als Kind einer Gelehrtenfamilie im Spreelande geboren, kam Zeus X. schon früh mit der Muse in Verbindung. Sein Interesse galt vor allem den filigranen Gesängen der Vögel des Waldes. Doch als im Spreelande die Pest ausbrach, hießen ihn seine Eltern, die Stadt zu verlassen und sich selbst zu retten. Er hörte nie wieder etwas von ihnen. Im zarten Alter von 13 Jahren hatte er auf einmal niemanden mehr und musste sich alleine durchschlagen. Doch wohin sollte er gehen? Er erinnerte sich an frühere Erzählungen, in denen er von einem sagenumwobenen Dörfchen in der Nähe der Havel gehört hatte. In diesem Dorf lebte nur eine Handvoll Bauern, die vor allem Schafe züchteten und das Land bewirtschafteten. Das Land selbst, der Boden, war nichts weiter als trostloser märkischer Sand. Doch das war immer noch besser, als an der Pest zu sterben.

Mit letzter Kraft schleppte sich Zeus X. zum Wachturm an der Südseite des Dorfs, der seit jeher die Sicherheit der Bewohner garantiert hatte. Der Wachhabende, ein einfacher Bergarbeiter, nahm ihn sogleich fürsorglich auf. Fortan ging Zeus X. seinem Stiefvater zur Hand und arbeitete mit ihm unter Tage jahrelang auf verlorenem Posten, um eine Goldader oder wenigstens Eisenerz zu finden. Trist sah der Sand von oben aus und genauso ergebnislos verlief auch die Suche unter der Erde. Zur Hölle, hier schien es nicht einmal Gestein zu geben! Nur auf den Feldern der Bauern fanden sich immer wieder große Brocken, sodass diese sich daran ihre Pflugscharen kaputtfuhren. Nichtsdestotrotz war unter Zeus X. und seinem Stiefvater die Goldsucht ausgebrochen. Wohlgenährt und täglich an Kräften wachsend, war Zeus X. schnell seinem Mentor überlegen, sodass ihn die Bauern immer öfter ihre Pflüge ziehen ließen, wenn ihre Bullen erschöpft waren. Erstaunt über seine Stärke gaben sie ihm bald den Spitznamen „Machina“. Einmal fiel er dabei hin und verletzte sich den Kopf an einem großen Feldstein. Als dieser daraufhin zerbrach und im Inneren einen Goldklumpen freigab, wurde Zeus X. Machina vollständig vom Wahn gepackt.

Er investierte das Gold in eine alte Trommel, die er nun Tag und Nacht schlug. Die Dorfbewohner waren bald so genervt von seinem „Lärm“, dass sie ihn verbannten. So landete Zeus X. Machina nach einem weiteren langen Fußmarsch wieder im Spreelande, in dem nach der Pest nur noch wenige Menschen wohnten, und vermehrte fortan sein Sammelsurium an Trommeln. Der Zufall wollte es, dass ein gewisser Alexander Paul Blake einen Trommler für seine Kapelle suchte. So schloss er sich diesem an, um gemeinsam auf der EwiG dunklen Seite zu weilen. Doch auch heute noch taucht Zeus X. Machina regelmäßig ab in das Erdreich, um in der wahren Dunkelheit seine Ruhe zu finden…

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